Märztagung 2024: KI und Bildungspraxis – der Bot in uns.

Datum: 21. März 2024 – Gleisarena FFHS Campus Zürich oder online

Nach einem Jahr Pause ist es wieder so weit: Die Märztagung setzt ihre Fachtagungsreihe zur Digitalisierung in der Bildung fort. Das nationale Event in und für die schweizerische Bildungsszene ist nun wieder in Vorbereitung und es formt sich ein spannendes Programm rund um das Themenfeld KI in der Bildung.

Wir betrachten den Einfluss von KI auf die Bildung, debattieren die Vertrauenswürdigkeit von Anwendungen und analysieren Erfolgsfaktoren sowie Stolpersteine in der Umsetzung. Das Anwendungsspektrum reicht vom Einsatz in der obligatorischen Schule bis hin zur Tertiärstufe, Erkenntnisse aus Forschung und Beispiele aus dem Corporate Learning. Unser Ziel ist es, voneinander zu lernen und miteinander zu diskutieren.

Bereits heute nutzen wir im Alltag diverse KI-Anwendungen und es werden immer mehr. Während wir am Programmentwurf für diese Tagung arbeiteten, tauchte ChatGPT auf und rüttelt seither an den bislang gültigen Fundamenten der Lehre. Das Tool zeigt, dass die Entwicklung der KI sich wegbewegt von einer hochgradigen Spezialisierung hin zu generellen «Intelligenzen», die immer mehr menschliche Charakterzüge annehmen. Auf gekonntes Prompten werden Texte ausgespuckt, Bilder kreiert, Musikstücke komponiert. Unwillkürlich wird damit auch der Bildungsalltag auf allen Stufen beeinflusst und das Lehren und Lernen verändert sich.

In diversen Vorträgen und Diskussionen beleuchten wir an der Märztagung die Thematik anhand von vier Fokusthemen, sowohl aus der Forschungsperspektive als auch aus der Praxis. Dabei stehen Einfluss, Ver-/Misstrauen, Nutzung und Stolpersteine bei der Einführung von KI in der Bildung im Vordergrund. 

13:00 Start & Welcome

1. Der Einfluss der KI im Bildungsumfeld

13:00 Künstliche Intelligenz im Hochschulkontext

Prof. Dr. Niels Pinkwart, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

Die Entwicklung und Evolution der Künstlichen Intelligenz (KI) wird von ihren Anfängen bis zu aktuellen «Quantensprüngen» im Vortrag skizziert. Ein nachfolgender Überblick über diverse KI-Techniken zeigt deren Potenzial im Hochschulbereich auf. Besonders im Fernstudium bietet KI z.B. durch personalisierte Lernpfade und automatisierte Rückmeldungen Potenzial. Anhand von Fallbeispielen wird die Anwendung von KI in Lehre, Studium, Verwaltung und Startups im Hochschulkontext dargestellt. Abschliessend werden im Vortrag Chancen und Risiken der KI-Integration in Hochschulen kritisch betrachtet und ein Ausblick auf die zukünftige Rolle der KI in der Hochschullandschaft gegeben.

 

Der Referent

Niels Pinkwart studierte Informatik und Mathematik im Lehramtsstudiengang an der Universität Duisburg und promovierte 2005 mit einer Dissertation über kollaborative Modellierungssysteme in Bildungskontexten. Nach einer Postdoc-Stelle am Human-Computer Interaction Institute der Carnegie Mellon University nahm er Rufe auf eine Juniorprofessur und nachfolgend auf eine reguläre Professur an der Technischen Universität Clausthal an. Seit 2013 ist er an der Humboldt-Universität zu Berlin als Leiter des Lehrstuhls «Didaktik der Informatik / Informatik und Gesellschaft» tätig, seit Oktober 2021 auch als Vizepräsident für Lehre und Studium der HU Berlin. Seine Forschungsinteressen liegen im Schnittbereich von Digitalisierung, Bildung und gesellschaftlich-organisationalem Wandel. Neben seiner Tätigkeit an der HU Berlin ist Prof. Pinkwart als wissenschaftlicher Direktor des Educational Technology Lab am DFKI Berlin aktiv. Prof. Pinkwart ist durch mehr als 250 Publikationen sowie zahlreiche Forschungsprojekte mit Förderung u.a. von DFG, BMBF, BMAS und Stiftungen wissenschaftlich ausgewiesen. Er ist Mitglied von Programmkomitees verschiedener wissenschaftlicher Konferenzen und derzeit Associate Editor des International Journal of Artificial Intelligence in Education und Mitglied des Editorial Boards des Journal of Educational Data Mining.

13:30 Co-Creation in Zeiten von digitalen Disruptionen

Isabel Rudolf-Staubach, Swisscom

Eine der grössten Herausforderungen, der wir uns im Kontext AI zu stellen haben, ist, dass sich die Technologien und deren Möglichkeiten beispielsweise in der KI weitaus schneller entwickeln als wir aktuell über (gesellschaftliche) Adaptions-Mechanismen verfügen. Daher gilt diese Unsicherheit zu akzeptieren, transparent zu teilen sowie als gemeinsames Lernen von verschiedenen Stakeholder aufzufassen. An Beispielen der Swisscom wollen wir aufzeigen, wie dies aus der Sicht eines «Technologieproviders» aussehen könnte, damit alle Bildungsakteure konstruktiv in die Entwicklungen einbezogen werden. Insbesondere geht es uns, um die Co-Creation von Lehrpersonen, Schülern und Eltern, damit die Ungewissheiten produktiv genutzt werden kann.


Die Referenten

Isabel Rudolf-Staubach ist Senior Strategist für Customer Experience und Innovation bei Swisscom. Seit über 10 Jahren arbeitet sie für verschiedene Konzerne aus der Telekommunikations- sowie Retail Industrie an besten Kundenerlebnissen von Heute und Morgen. Ihre Passion gilt dem Zusammenspiel von neuester Technologie und den Bedürfnissen von Kund*innen. 
Bei der Swisscom verfolgen sie und ihr Team das Ziel, die Kundenerlebnisse auf ein höchstes Niveau zu heben und Innovation zu fördern. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, mit Kund*innen aller Segmente im engen Austausch zu stehen, um stets mehr über ihr Leben, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfahren. Ebenso relevant ist es, die neuesten Technolgien und Trends zu beobachten und analysieren. 
Bei ihrem Vortrag wird Frau Rudolf-Staubach uns daran teilhaben lasse, wie sie gemeinsam mit Kund*innen an der "best-in-class Customer Experience" von Morgen arbeitet. 

 

13:50 Diskussionsrunde mit Referenten und Gästen

2. Ver- und Misstrauen in KI

14:00 KI im Schulzimmer: Wie Primarschüler mit ChatGPT arbeiten lernen

Werner Odermatt, Volksschule Stadt Luzern, Schulhaus Würzenbach

Werner Odermatt zeigt auf, wie Primarschüler einer 6. Klasse den Umgang mit KI anhand von ChatGPT lernen. Dabei geht es um die Möglichkeiten, welche uns der Chat bietet, wie auch um den kritischen Umgang damit. Wo liegen die Chancen, was sind die Risiken?

 

Der Referent

Werner Odermatt arbeitet seit vielen Jahren als Primarlehrer in der Stadt Luzern, vorwiegend mit 5. und 6. Klassen. An seiner Schule betreut er den Bereich Medien und Informatik und begleitet Kolleginnen und Kollegen in diesem anspruchsvollen Umfeld. Dabei stützt er sich auf eine Ausbildung als Medien- und Informatikbetreuer, sowie viel eigene Erfahrung und Recherchen. Seit Computer im Alltag Einzug gehalten haben, beschäftigt er sich mit deren Möglichkeiten im persönlichen wie im schulischen Umfeld. Odermatt lässt sich leiten vom pädagogischen Gedanken der Befähigung durch Erfahrung. 

14:20 Den Weg ebnen mit Strategien für eine effektive Steuerung der künstlichen Intelligenz

Isabelle Lois, Bundesamt für Kommunikation (BAKOM)

Die Präsentation untersucht Strategien für eine effektive Steuerung von Systemen der künstlichen Intelligenz (KI) und konzentriert sich dabei auf die von Organisationen wie der OECD und dem Europarat entwickelten Rahmenwerke. Sie befasst sich mit der Komplexität der KI-Governance und betont die Notwendigkeit umfassender Rahmenwerke, um Themen wie Rechenschaftspflicht, Transparenz und gesellschaftliche Auswirkungen anzugehen. Durch die Untersuchung verschiedener Ansätze und Initiativen wird Fr. Lois Hinweise darauf geben, wie man sich in der sich entwickelnden Landschaft der KI-Governance zurechtfinden kann, um einen verantwortungsvollen Einsatz von KI-Technologien zu fördern.

 

Die Referentin

Isabelle Lois ist Juristin mit Spezialisierung auf internationales öffentliches Recht (Universität Leiden) und die Navigation zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und internationalen Beziehungen. Derzeit hat Frau Lois eine Stelle als Senior Policy Advisor beim Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) inne. Ihr Aufgabenbereich umfasst ein breites Spektrum an aktuellen Themen, darunter künstliche Intelligenz (KI), Data Governance, Internet Governance und Medienregulierung.
In der sich ständig verändernden Landschaft der KI-Governance ist Lois als stellvertretende Vorsitzende der AIGO (Arbeitsgruppe der OECD zur KI-Governance) aktiv beteiligt. In diesem Rahmen trägt sie zur Aktualisierung der Grundsätze für künstliche Intelligenz von 2019 bei. Darüber hinaus beteiligt sich Isabelle an diplomatischen Bemühungen und vertritt die Schweiz bei den Verhandlungen für einen Vertrag über KI, Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Europarat.

14:40 Diskussionsrunde mit Referenten und Gästen

15:00 Coffee Break

Erfolgreiche Nutzung und Skalierung von KI-Anwendungen in der Bildung

15:30 Bildungspraxis der Zukunft: Hazu und die Skalierung von KI in der Lehre

Andy Abgottspon, Hazu Inc.

In seiner Session stellt Andy Abgottspon die transformative Rolle von KI in der Bildungspraxis vor. Basierend auf seiner Erfahrung mit der cloud-basierten Plattform «Hazu», die Bildung und Innovation durch einen neuen visuellen Ansatz vereinfacht, wird gezeigt, wie KI-Anwendungen in verschiedenen Bildungsbereichen angewendet werden können. Wir betrachten Chancen und Herausforderungen, die mit der Einführung und Skalierung von KI in Bildungseinrichtungen einhergehen, sowie praktische Einblicke in die Nutzung solcher Technologien in Schulen und Hochschulen. Dabei wird auch die Frage der Regulierung von generativer KI und die Akzeptanz solcher Technologien bei den Anwendern angesprochen.


Der Referent

Andy Abgottspon, Gründer und CEO von Hazu Inc., entwickelt seit über 20 Jahren Online-Plattformen, Apps, Games und High-End-Software. Seine Kunden reichen von führenden Visual-Effects-Studios wie Sony und Pixar bis hin zu Tausenden von Sehbehinderten weltweit, die seine barrierefreien iOS-Spiele nutzen. Nach dem Masterstudium in England und Erfahrungen im Silicon Valley gründete er dort 2016 schliesslich die Firma Hazu Inc. (ausgesprochen "Hasu"), die es sich zum Ziel macht, die digitale Kommunikation zu revolutionieren. Das Unternehmen zählt laut dem Magazin Bilan zu den 50 innovativsten Startups der Schweiz, in die es sich zu investieren lohnt. Der Hazu-CEO ist zudem Spieler der Schweizer Bergdorfnationalmannschaft und Helikopterpilot.

 

15:45 Die Welt der KI-Tools im Swiss National EdTech Testbed Programm

Verena Rohrer, EdTech Collider

Verena Rohrer präsentiert das Swiss National EdTech Testbed Programm und ihre Arbeit mit KI-Tools. Was sind Interessen und Fragestellungen von Lehrpersonen im Bezug auf KI-Tools? Wie sieht das Entdecken und Testen eines KI-Tools im Testbed Programm aus? Die Zuhörer erhalten einen faszinierenden Einblick in die Verbindung von KI-Technologie und Bildung aus der Perspektive einer dynamischen Expertin, die direkt an der Schnittstelle zwischen Lehrpersonen und Entwicklern agiert.


Die Referentin

Verena Rohrer, ehemalige Primarlehrerin, folgte ihrer Leidenschaft für EdTech bis nach London. Nach ihrem Masterabschluss in Education and Technology an der UCL startete sie beim Swiss EdTech Collider. Als Program Managerin des Swiss National EdTech Testbed Programms steht sie in sehr engem Austausch mit EdTech Entwicklern und Lehrpersonen. Sie bringt ihre Expertise ein, um innovative Lösungen im Bildungsbereich voranzutreiben und Lehrpersonen beim Entdecken und Einsetzen von EdTech Tools zu unterstützen.

16:00 Bewertungen der Praxisbeispiele aus Sicht der Wissenschaft

In Absprache

16:10 Diskussionsrunde mit Referenten und Gästen

Wie erreichen wir eine erfolgreiche Integration von KI Anwendungen in der Bildungspraxis?

16:30 Podiumsdebatte

Werner Odermatt, Volksschule Stadt Luzern
Prof. Dr. Nils Pinkwart, Humboldt-Universität zu Berlin
Dan Vyleta, Startup
Isabelle Lois, BAKOM

Moderation: Prof. Dr. Per Bergamin, IFeL/FFHS

 

 

der Moderator

Prof. Dr. Per Bergamin ist Institutsleiter und Forschungsfeldleiter «Human Computer Interaction» und «Personalisiertes und adaptives E-Learning» am Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL). Im Rahmen von Mandaten und Projekten hat er die E-Learningumgebung sowie deren didaktischen Grundlagen an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) implementiert. Seit 2006 ist er Leiter des IFeL und 2010 wurde er zum Professor für Fernstudien und E-Didaktik an der FFHS und der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) ernannt. Seit 2016 ist er zusätzlich Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für personalisiertes und adaptives Fernstudium und im Mai 2020 wurde er zum ausserordentlichen Professor an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der North-West University (NWU, ZA) ernannt. Seine Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf technologiebasiertes selbstreguliertes, personalisiertes und adaptives Lernen sowie Emotionen beim Lesen und Lernen.

17:30 Diskussionsrunde mit Referenten und Gästen

18:00 Apéro

19:30 Ende der Veranstaltung

 

Anmeldung - Teilnahme in Zürich

Anmeldung - Teilnahme online

 

Die Tagung wird ermöglicht durch die Unterstützung folgender Sponsoren und Partner aus Wirtschaft und Bildung

Hauptsponsor

   

Partner aus Bildung und Wirtschaft

                        


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